Vorspiel oder Nachspiel? Was ist wichtiger?

Sex, der für beide befriedigend ist, will gelernt sein, denn er ist eine Herausforderung. Es spielen viele Faktoren mit hinein, damit Sex wirklich gut ist. Mit dieser Wahrheit werben auch viele Ratgeber, die den Menschen angeblich beibringen wollen, wie sie richtig guten Sex haben können. Doch wie es bei Ratgebern so ist, die meisten sind zu schematisch und behandeln das Thema nur einseitig. Dabei kann gerade das Thema Sex nicht nach Schema F behandelt werden, da es unglaublich vielschichtig ist. Beim Sex gibt es so viele Geschmäcker, wie es Menschen gibt. Und die Geschmäcker ändern sich auch mit der Zeit, denn Menschen sind keine Roboter mit einer festen Programmierung. Ist guter Sex daher nur Glückssache? Beileibe nicht. Folgende Regeln gibt es, an die man sich halten kann.

Die einzige Regel: Es gibt keine Regel

Die wichtigste feste Regel beim Sex ist, daß es eben keine festen Regeln gibt. Denn wie bereits erwähnt, gibt es zahllose Geschmäcker, die sich zudem immer wieder ändern können. Wünsche und Bedürfnisse sind nicht in Stein gemeißelt. Vor allem nicht, wenn ein Wunsch, der einmal geäußert wurde, aus Phantasielosigkeit stetig aufs Neue erfüllt wird, ohne zu variieren. Eine Analogie aus der Eßkultur: Jeder Mensch hat ein Lieblingsessen, das er bevorzugt. Manche wünschen sich, daß ihnen dieses Essen immer wieder vorgesetzt wird. Doch sie wissen nicht, was sie sich da wünschen. Denn wird ihnen dieses Lieblingsessen zu jeder Mahlzeit vorgesetzt, wird es mit der Zeit langweilig und sie wollen es nicht mehr. Es gilt also, zu variieren, so auch beim Sex. Phantasievolle Zeitgenossen halten sich an ein altes geflügeltes Wort und geben ihren Partnern nicht immer das, was sie wollen, sondern das, was sie brauchen. Vor allem beim Sex.

Mehr als zwei Drittel der Frauen für ausgedehntes Vorspiel

Eine der wichtigsten Fragen beim Sex ist für Frauen die nach einem ausgiebigen Vorspiel oder Nachspiel. Einer Umfrage der Zeitschrift Glamour zufolge bevorzugen mehr als zwei Drittel der Frauen ein ausgedehntes Vorspiel. Denn manche Frauen benötigen ein langes Vorspiel, damit sie für den eigentlichen Akt bereit sind. Sie können nicht sofort auf Anhieb. Allerdings ist dies auch abhängig vom Mann. Bei einer hohen körperlichen und hormonellen Kompatibilität ist Frau sehr viel schneller bereit für Sex, so daß auch ein Quickie möglich wird. Ist der Mann eher weniger kompatibel, benötigt ihr Körper eben länger, um auf Sex umzuschalten und das Vorspiel muß ausgedehnt werden, an einen Quickie ist nicht zu denken.

Nicht vorpreschen, sondern langsam anregen

In diesem Fall sollte Mann darauf achten, auch alles richtig zu machen, um sie richtig in Fahrt bringen. Er sollte nicht gleich auf die Vagina der Partnerin losstürmen wie ein Stier auf das rote Tuch. Wenn man zu schnell vorprescht, wirkt dies eher abturnend und die Frauen haben noch andere erogene Zonen, bei denen sie eine Stimulation sehr genießen. Ein Knabbern am Ohrläppchen, ein Küssen des Halses, die Stimulation der Brustwarzen bewirken wahre Wunder. Und so kann Mann sich langsam über den Bauchnabel nach unten arbeiten und sich um die Klitoris kümmern, wenn die Partnerin bereit ist.

Nicht scheuen, die Klitoris auch mit der Zunge zu stimulieren

Und auch wenn sich seltsamerweise heute viele junge Männer davor scheuen, sollten sie sich ein Herz nehmen, und die Klitoris mit der Zunge zu stimulieren. Für die meisten Frauen – vor allem für jene, die bei einer vaginalen Stimulation nicht zum Orgasmus kommen – ist dies äußerst anregend. Wird die Klitoris verwöhnt, kommen in der Regel alle Frauen zum Orgasmus. Allerdings sollte Mann es richtig machen, es gibt viel falsch zu machen. Die Klitoris sollte gezielt mit der Zungenspitze angesteuert werden, ein unmotiviertes Herumlecken regt keine Frau an.

Genau auf die körperlichen Reaktionen auf die Stimulation achten!

Zudem sollte die Zungenspitze zunächst vorsichtig eingesetzt werden, denn die Klitoris ist ein sehr sensibler Körperteil und kann schnell überreizt werden. Mann sollte genau auf die körperlichen Reaktionen seiner Frau auf die Stimulation achten und darauf reagieren. Zieht die Partnerin bei der oralen Stimulation ihr Becken zurück, sollte man aufhören zu stimulieren und sich etwas Neues einfallen lassen, denn irgend etwas war unangenehm. Drückt die Partnerin ihr Becken allerdings der Zungenspitzen entgegen und atmet bestenfalls noch schwerer oder stöhnt gar, ist dies das Zeichen, daß alles richtig gemacht wird und es so weitergehen kann.

Spielzeuge für Erwachsene mit einbinden

Viele Paare mögen es auch, beim Vorspiel einige Hilfsmittel und Spielzeuge einzusetzen, um die Erregung zu steigern. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Markt der Spielzeuge für Erwachsene hält zahlreiche verschiedene Produkte bereit, mit denen sich Paare im Bett Freude bereiten können, etwa Vibratoren, künstliche Penisse oder Liebeskugeln. Wer es etwas intensiver mag, kann zu Handschellen, Seilen und gar Gerten oder Peitschen greifen. Manche plündern auch den Kühlschrank und binden Nahrungsmittel ins Vorspiel ein. Nein, keine Bananen. Aber es ist sehr anregend, eine Sahnespur vom Hals zum Schambereich zu ziehen und diese dann abzulecken. Probieren Sie es aus, Sie werden begeistert sein.

Kleine Helferlein

Wenn Mann Schwierigkeiten hat, eine Erektion für Sex aufzubauen oder über längere Zeit zu halten, helfen Potenzmittel wie Viagra, Cialis und Levitra, die Erektion über die Zeit des längeren Vorspiels zu halten. Wer bereits bei dem langen Vorspiel so viel Lust bekommt, daß er bereits kurze Zeit, nachdem er in die Vagina eingedrungen ist, zum Samenerguß kommt, kann zu Dapoxetin greifen. Mit diesem Präparat kann der Mann seinen Samenerguß bewußter steuern und diesen auf diese Weise hinauszögern, damit das eigentliche Liebesspiel länger dauert.

Ein langsames Abklingen der Leidenschaft im Nachspiel

Für knappe ein Drittel Frauen ist allerdings das Nachspiel der wichtigste Bestandteil des Geschlechtsverkehrs. Was viele Männer nicht wissen, ist, daß im Gegenteil zu ihnen die weibliche Erregung und Leidenschaft nach einem Orgasmus oder auch Sex ohne Orgasmus deutlich langsamer nachläßt. Sie benötigen nach dem Geschlechtsverkehr eine Phase, in der sie langsam herunter kommen und sich entspannen können. Die Partnerinnen genießen daher das lange, ausgiebige Nachspiel, das intime Zusammensein, das Kuscheln und streicheln.

Eine zweite Runde

Und nicht selten steigt die Erregung und Leidenschaft in dieser Phase nach einer kurzen Zeit erneut an, so daß eine zweite Runde möglich wird. Was für viele Männer in jüngeren Jahren keine große Herausforderung darstellt, kann dies mit zunehmendem Alter zum Problem werden. Auch hier helfen die kleinen Helferlein Viagra, Cialis und Levitra, da die Wirkung der Potenzmittel mehrere Stunden lang anhält, so daß Mann nach der Einnahme der Präparate wieder fähig ist, mehrfach Sex zu haben und zum Orgasmus zu kommen. Allerdings sollte die Einnahme nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, um Krankheiten auszuschließen, mit denen die Einnahme der Potenzmittel abgeraten wird. Ist dies ausgeschlossen, steht einem ausgiebigem Nachspiel und einer weiteren Runde nichts im Wege.